Das Museumscafé der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Im Februar 2017 habe ich die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Flossenbürg nahe Weiden und Neustadt an der Waldnaab besichtigt. Zum ersten Mal habe ich einen Ort besucht, wo in der NS-Zeit systematisch schreckliche Verbrechen verübt worden sind.

 

Ich bin Griechin und ich war überrascht und betroffen, dass auch 486 meiner Landsleute in den Steinbrüchen und bei der Produktion von Kampfflugzeugteilen Zwangsarbeit leisten und schlimmes Leid ertragen mussten. 100.000 Menschen waren im KZ Flossenbürg von 1938 bis 1943 inhaftiert und wurden von der SS der „Vernichtung durch Arbeit“ anheim gegeben. 30.000 von ihnen haben die Tortur nicht überlebt. Wie viele meiner Landsleute hier fern ihrer Heimat ihr Leben verloren haben, weiß ich nicht – aber es nimmt mich mit, mir vorzustellen, was in ihnen und ihren Angehörigen damals vorgegangen sein muss …

Im ehemaligen SS-Casino, das heute als Schulungs- und Seminarzentrum der Gedenkstätte dient, hat das Heilpädagogisches Zentrum – Lebenshilfe für Behinderte e. V. - in Irchenrieth das Museumscafé eingerichtet. Hier arbeiten in Küche und Service behinderte Menschen, die von den Nationalsozialisten als „lebensunwertes Leben“ diskriminiert und in sogenannten „Euthanasieprogrammen“ systematisch ermordet wurden.

 

Die Idee, ausgerecht dort, wo die Unmenschen der SS einst gefeiert und ihre menschenverachtenden Parolen gegrölt haben, Arbeitsplätze für Menschen mit Handicap zu schaffen, begeistert mich. Pointierter kann der Lauf der Geschichte in meinen Augen kaum sein …

 

Der Besuch der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg hat mich tief bewegt. Es ist mir ein Anliegen, einen wenn auch kleinen, aber mir möglichen Teil dazu beizutragen, dass die schlimmen Verbrechen von damals sich niemals wiederholen und dass, mit gutem Beispiel vorangehend, der Ungeist der braunen Ideologie durch Projekte bekämpft wird, die sie als Irrlehren entlarven, die die Welt ins Unglück gestürzt haben.

 

Behinderten Menschen im Museumscafé eine sinnvolle Aufgabe zu geben, Selbstbewusstsein und Stolz auf das Geleistete zu stiften und sie gezielt zu unterstützen, ihrem Leben Struktur zu geben, erachte ich als ein vorbildliches Projekt.

v.l.n.r: Christine Schneider, Michaela Österer, Spyridoula Kagiaoglou

So habe ich das Gespräch mit der Leitung des Museumscafés – Frau Christine Schneider und Frau Natalie Grünwald - gesucht und bin stolz darauf, dass ich seit März 2017 das Museumscafé der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg mit meinem Olivenöl zu deutlich reduzierten Konditionen beliefern darf. Man legt hier Wert auf Lieferanten aus der Region – da passt, wie ich finde, ein Olivenöl, deren Produzentin in der Oberpfalz lebt und deren Firma ihren Sitz vor den Toren Regensburgs hat, hervorragend ins Lieferantenportfolio.

 

Als Griechin fühle ich mich in Tegernheim, in der Oberpfalz und in Bayern inmitten eines geeinten Europa gut aufgehoben und wohl. Jedes Land hat seine Geschichte. Selten liest sie sich durchgängig ruhmreich. Auf manche Kapitel ist man mit Grund stolz, anderer muss man sich schämen. Immer jedoch sollte man sich der Geschichte stellen. 486 meiner Landsleute die im KZ Flossenbürg gelitten haben und ermordet wurden, haben es – wie alle anderen Opfer - nicht verdient, vergessen zu werden. Dieses dunkle Kapitel deutsch-griechischer Geschichte darf sich niemals wiederholen. Ich wünsche mir, dass meine erste und meine zweite Heimat freundschaftlich verbunden bleiben und sich die Menschen über die finsteren Gräben der Vergangenheit hinweg die Hand reichen.

 

Deswegen ist es mir ein Herzensanliegen, das Museumscafé der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg zu unterstützen und an Euch zu appellieren: Besichtigt die Gedenkstätte und kehrt im Museumscafé ein. Die jungen Menschen, die dort arbeiten, freuen sich von Herzen darauf, Euch zu bewirten und der Welt zu beweisen, was in ihnen steckt.

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Revela D | Spyridoula´s 100% GREEK EXTRA VIRGIN OLIVE OIL