Tag 3 - 25.10.21

Der Tag im Dorf Ipsili Rachi erwacht mit knackiger Morgenkühle und die Sonne muss sich anstrengen, um sich durchzusetzen, um meinen Babás und mich mit ihrer Strahlkraft an stahlblauem Himmel über Ostmakedoniens grünen Landschaften zu erfreuen! Ich habe in Oma Paraskevis Küche sehr gut geschlafen. Nach dem Kaffee führt uns unser erster Weg in Babás Gemüsegarten und seinen Olivenhain.
 
Sein Gemüsegarten ist meines Vaters große Freude. Kein Wunder, wenn man mit so vielen wunderbaren Gemüsen und Früchten versorgt wird. Bilder sagen mehr als Worte: Seht Euch selbst ein wenig um in seiner Oase der Ruhe und des Genusses:

 

Babás Olivenhain beherbergt Ölbäume mit Olivenvarietäten, die vor allem schöne, fleischige Speiseoliven ergeben. Diese sind gerade im Übergang zur Reife. Das erkennt ihr daran, dass sich die Farbe von Hellgrün auf Aubergine/Violett ändert. Ein paar Wochen noch und sie können geerntet werden, wenn das Wetter so bleibt wie heute.
Anschließend habe ich einen offiziellen Termin im Ort Paranesti bei Bürgermeister Anastasios Kagiaoglou, einem meiner Cousins.
 
Paranesti ist die nordöstlichste Gemeinde Makedoniens und mit 1028 km² die drittgrößte der Region Ostmakedonien und Thrakien. Im Norden grenzt sie an Bulgarien. 3900 Menschen leben hier und haben sehr, sehr viel Platz in der wunderschönen Landschaft.
 
Ich bin stolz auf Anastasios, denn er setzt sich mit viel Herz und Kreativität für seine von Landwirtschaft geprägte Heimatregion ein. Er ist Mitglied der aktuell in Griechenland regierenden konservativen Partei Neo Dimokratia des Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis, der vor nicht allzu langer Zeit bei ihm hier in Paranesti zu Besuch war.
Momentan kämpft mein Cousin um die Aufnahme eines uralten Waldes bei Paranesti auf die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes, damit dieser für immer als Naturdenkmal erhalten bleibt und keine Beute von Geschäftemachern wird.
 
Grund meines Termins: Gedankenaustausch, was man unternehmen könnte, um die Produkte der hiesigen Landwirtschaft überregional noch erfolgreicher zu vermarkten, denn die Menschen hier im Grenzland zu Bulgarien haben alle trotz harter, fleissiger Arbeit hart zu kämpfen um anständig leben zu können. Der nächste Strand ist weit, Touristen verirren sich selten hierher, obwohl die Landschaft traumhaft schön ist.
 

Danke, dass ich hier sein durfte, lieber Anastasios und alles Gute für deine ambitionierten Projekte! Die Menschen der Region Paranesti haben eine gute Wahl getroffen!

 

Jetzt haben Babás und ich aber eine Stärkung verdient! Mittagessen mit feinen Mezedakia und Tsipouro unter Babás Pergola. Während wir essen, bekommen wir schnurrenden Besuch von sämtlichen Dorfkatzen, die der Hunger oder Appetit zu uns führt (Video dazu auf meiner Facebook-Seite).

Und weiter geht die Reise in ein Weingut der Region. Der junge Mann auf der von Euch aus gesehen rechten Seite heißt Stavros, der Mann hinter der Kamera ist mein Babás und heißt ebenfalls Stavros. Nun ratet mal, wie der junge Mann im schwarzen Outfit heißt? Stavros, wie auch sonst!

 

Und in welchem Verhältnis ich zu ihm stehe wird niemanden verwundern, der Asterix bei den Olympischen Spielen gelesen hat: Ich bin über ein paar Ecken verwandt mit ihm und er ist Winzer. Das Weingut hat sein Vater Georgios 1989 aufgebaut und Vater und Sohn führen es mit Herz, Leidenschaft, handwerklichem Können und einer klaren stilistischen Linie mit besonderer Liebe für autochthone griechische Rebsorten.

Ein Mooment der mich sehr berührt hat: Mein Vater hat mich in die einsamen Bergregionen Ostmakedoniens entführt, um mir einen Ort zu zeigen, den er zuletzt vor 45 Jahren besucht hat. Dort musste er als kleiner Junge die Schafe hüten. Ein magischer Ort ... (Schaut das Video dazu auf meiner Facebook-Seite!)

 

Letzte Station des Tages: Besuch bei meiner Tante Toula. Eine großartige Köchin und Bäckerin! Natürlich lass ich es mir nicht nehmen, ihr beim Kuchenbacken über die Schulter zu schauen. Wenn das so weitergeht, passe ich bald in keine Hose mehr hinein ...

 

Und wie große mein Cousin Vassilis geworden ist! Wie schön meine Verwandten in der Ferne wieder mal zu sehen!

Schluss für heute. Ein langer und ereignisreicher Tag liegt hinter mir und ich bin sicher, dass ich schlafen werde wie ein Baby ... Ein wohlgenährtes Baby. Morgen habe ich einige sehr interessante geschäftliche Termine in der Umgebung. Ich freu mich drauf!

 

Apo avrio, Eure Spyridoula

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